Wildpflanzen-Saatgut für Ansaaten

Mit gebietseigenen Wildpflanzenmischungen gegen den Artenschwund

Die Biodiversität befindet sich weltweit in der Krise, Luxemburg bildet da keine Ausnahme. Die Anlage von Wildblumenwiesen und Blühflächen ist eine Möglichkeit, um die Artenvielfalt zu fördern und dem Insektensterben entgegenzuwirken. Die natürliche Vegetation ist an die Standortbedingungen, das Klima und die Artengemeinschaft ihres Lebensraumes angepasst, das Zusammenleben der Arten aufeinander eingespielt. Einkreuzungen mit Pflanzen derselben Art, die aus einem weiter entfernten Gebiet stammen und gegebenenfalls an andere Standortbedingungen angepasst sind, können die Entwicklung der bereits vorhandenen natürlichen Populationen negativ beeinträchtigen und zu Artenverlusten führen.

Manche handelsübliche Blumenmischungen enthalten auch Arten, die nicht bei uns vorkommen – was zu Problemen führen kann, wenn sie verwildern. Bei der Anlage von Blumenwiesen im Siedlungsbereich und umso mehr in der freien Landschaft ist es daher wichtig, heimisches Saatgut zu verwenden, das aus zertifizierter regionaler Produktion stammt.

Zertifizierte Produktion von autochthonem Wildpflanzen-Saatgut

Um die steigende Nachfrage nach geeigneten Wildpflanzen-Saatgutmischungen aus Luxemburg zu bedienen, wird seit einigen Jahren autochthones Wildpflanzensaatgut in Luxemburg angebaut. Finanziert wird dies vom Ministerium für Umwelt, Klima und nachhaltige Entwicklung unter der Koordination des Naturschutzsyndikats SICONA in Zusammenarbeit mit dem Nationalmuseum für Naturgeschichte in Luxemburg.

Alles beginnt mit dem Sammeln von Wildpflanzensamen in ausgesuchten Vorkommen in den unterschiedlichen Naturräumen Luxemburgs – eine aufwendige Arbeit, die größtenteils von den Biologischen Stationen der Naturschutz- und Naturparksyndikate übernommen wird. Anschließend werden die gesammelten Samen zur Anzucht an Gärtnereien gegeben. Luxemburger Saatgutproduzenten bauen die Jungpflanzen dann nach biologischen Richtlinien auf ihren Feldern für die Saatgutproduktion an. Die Firma Rieger-Hofmann nimmt das geerntete Saatgut entgegen. Nach der Reinigung wird das Saatgut der einzelnen Arten den Blühmischungen für Luxemburg hinzugefügt. Ziel ist es, dass langfristig alle darin enthaltenen Wildkräuter und -gräser aus Luxemburg stammen. In der Zwischenzeit wird die Saatgutvermehrung von der "Wëllplanzesom Lëtzebuerg"-Genossenschaft, einem Zusammenschluss der Produzenten, organisiert.

Die Zertifizierung als Qualitässicherung

Mit dem Ziel, Wildpflanzensaatgutmischungen transparent und vertrauenswürdig auf den Markt zu bringen, wurde 2022 in Luxemburg – in Anlehnung an das „VWW-Regiosaaten“-Zertifikat – die Zertifizierung„Wëllplanzesom Lëtzebuerg“ entwickelt. Dies erfolgt durch Qualitätsstandards der Wildsamen- und Wildpflanzenproduktion sowie deren Handel. Eine unabhängige, staatlich anerkannte Kontrollstelle prüft jährlich, ob die Betriebe, die nach den Vorgaben des Regelwerks produzieren, die 69 Kriterien im gesamten Anbauprozess befolgen.

    Qualitätssiegel und Zertifikat „Wëllplanzesom Lëtzebuerg“

    Nach einer bestandenen Kontrolle sowie einer erfolgreichen Überprüfung durch die Zertifizierungskommission werden die Saatgutproduzenten, Anzuchtbetriebe und der Inverkehrbringer mit dem Qualitätssiegel und Zertifikat „Wëllplanzesom Lëtzebuerg“ ausgezeichnet. Dieses Qualitätssiegel bestätigt transparent die regionale Herkunftsqualität für das angebaute Wildpflanzensaatgut. Das „Wëllplanzesom Lëtzebuerg“-zertifizierte Saatgut und die überprüften Betriebe sind an diesem Qualitätssiegel zu erkennen.

    Für die Vergabe des „Wëllplanzesom-Lëtzebuerg“-Zertifikates sind zahlreiche Vorgaben folgender Teilbereiche festgehalten: Sammlung und Nachbau von Saatgut, Artansprache, Qualitätsvorgaben, Dokumentation, Inverkehrbringen, Meldepflichten, Bedingungen für die Verwendung des Siegels, Zertifizierung, Zertifizierungskommission und Kontrollen.

    Zusammengefasst hier einige wichtige Prüfkriterien:

    • Ausgangssaatgut: Für die Sammlung von Samen aus Wildpflanzenbeständen in den Naturräumen Luxemburgs muss eine behördliche Genehmigung vorliegen. Die Sammlung erfolgt zudem in Bezug auf die Entnahmestrategie, die Samenanzahl und die Sammelstandorte nach strengen Vorgaben und muss genau dokumentiert sein.
    • Plausibilität der verkauften Produktmengen: Zur Abschätzung von produzierten Mengen und zur Qualitätsprüfung müssen alle Anbauflächen kontrolliert werden. Hierbei wird die Artzugehörigkeit, ihr Ursprung und die Dokumentation von Arten und Anbauparzellen sowie auf Reinheit und Keimfähigkeit geprüft.
    • Warenfluss, Lagerhaltung und Buchführung: Bei allen Produzenten und dem Inverkehrbringer werden Stichprobenkontrollen von Saat- und Pflanzgut durchgeführt.

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    Für weitere Informationen zur luxemburgischen Wildpflanzensaatgut-Produktion und Zertifizierung „Wëllplanzesom Lëtzebuerg“ besuchen Sie www.wellplanzen.lu.