Ansäen – so wird’s gemacht:

Bodenbearbeitung vor der Ansaat

Die Bodenvorbereitung vor der Anssaat ist entscheidend für den Erfolg oder Misserfolg einer Neuanlage. Um den Begrünungserfolg zu sichern, sollte der Boden deshalb vor einer Neuanlage gepflügt oder gefräst werden. Anschließend ist mit einer Egge oder Kreiselegge eine feinkrümelige Bodenstruktur herzustellen. Das Saatbeet muss vor einer Einsaat frei von problematischen Wurzelunkräutern wie Quecke, Distel, Weißklee oder Winde sein. Werden Wurzelunkräuter im Boden belassen, leidet die Optik einer Neuanlage mitunter so sehr, dass oft noch einmal der ganze Vorgang der Ansaat wiederholt werden muss. Samenunkräutern wie Melde, Hirtentäschel, Hirse, Kamille, Ackerhellerkraut etc. kann mit der Durchführung einer Schwarzbrache vor der Ansaat begegnet werden. Bei einer Schwarzbrache wird auf der zur Ansaat vorgesehenen Fläche mehrmals eine flache Bodenbearbeitung mit einer Kreiselegge, Egge oder Fräse durchgeführt, um das sich im Boden befindliche Samendepot der unerwünschten Beikräuter (oft Lichtkeimer!) zum Keimen zu bringen und diese dann mechanisch zu zerstören.

Ansäen – so wird´s gemacht

Vorzugsweise sollte vor beginnender feuchter Witterung gesät werden. Wildblumen- und Wildgräserkeimlinge benötigen mindestens 4-5 Wochen durchgehende Feuchtigkeit, um optimal quellen und zur Keimung gelangen zu können. Das Saatgut muss obenauf gesät und darf nicht eingearbeitet werden. Wird maschinell gesät (Rasenbaumaschine, Drillmaschine) müssen Striegel und Säschare hochgestellt werden. Das unbedingt notwendige Anwalzen auf der Fläche sorgt für den benötigten Bodenschluss und eine gleichmäßige Keimung des Saatguts. Geeignet sind Güttler- und Cambridge-Walzen oder eine Rasenwalze für kleinere Flächen. Bei sehr mageren Substraten kann eine leichte Startdüngung durch eine dünne Kompostschicht (1-2 cm), die oberflächlich eingearbeitet wird, hilfreich sein. Alternativ ist auch eine einmalige Gabe von 50 g/m² organisch-mineralischem Dünger möglich, die den Keimlingen hilft, sich schneller zu entwickeln, ohne dass der Standort auf Dauer seinen mageren Charakter verliert.

Zusätzlicher Schutz der Ansaat: Locker mit Mulch abdecken

Bei ungünstigen Standort- und Ansaatbedingungen wie starker Sonneneinstrahlung, Erosionsgefahr, Kahlfrösten und Vogelfraß ist es empfehlenswert, die angesäte Fläche zu mulchen. Wir empfehlen 500 g/m² Heu oder Strohhäcksel (Achtung: C/N-Verhältnis beachten, bei Strohmulch evtl. Stickstoff beigeben) oder 2 kg/m² Grasschnitt. Die Halme des Grasschnitts sollten nicht zu kurz sein, da diese sonst verklumpen. Der gewünschte Effekt eines locker über die Anssaat gestreuten Halmnetzes, das für ein günstiges Kleinklima sorgt, aber noch Luft und Licht zu den Samen bzw. Keimlingen durchlässt und diese gleichzeitig schützt, würde sonst verloren gehen. Bitte achten sie darauf, dass auch das Mulchmaterial keine Unkräuter wie Winde, Quecke, Distel, Weißklee und Ampfer enthält. Eine ähnliche Wirkung kann auch durch eine Schnellbegrünungskomponente erzielt werden.