Qualitätsmerkmale von Wildarten

Die Merkmale gebietsheimischer Wildblumen und Wildgräser unterscheiden sich in wesentlichen Qualitätskriterien von denen, die für Saatgut von Zuchtformen gelten. Während bei Zuchtsaatgut versucht wird, Individuen einer Art möglichst auf Gleichförmigkeit weiterzuentwickeln, sollte für Ansaaten in der freien Landschaft die hohe genetische Bandbreite der Wildformen genutzt werden.

Zentrales Qualitätskriterium einer gebietsheimischen Art ist die Nachvollziehbarkeit ihres regionalen Ursprungs. Diese ist mittels definierter Herkunftsregion und zuge- ordneten Produktionsräumen (Vermehrungsflächen) gegeben (Siehe Gebietskarte).

Beginnend mit der Sammlung an möglichst mehreren alten, eingewachsenen und biotoptypischen Naturstandorten wird der Weg des Saatguts über eine begrenzte Zahl von Tochtergenerationen (F5) im Feldanbau verfolgt. Die Erntemengen werden in Bezug auf die Anbaufläche der jeweiligen Art auf Plausibilität kontrolliert und der Mengenfluss des gereinigten Saatguts vom Lager bis hin zum Kunden dokumentiert. Eine Zertifizierung des Wildsaatguts trägt entscheidend zur Transparenz und Qualitätssicherung dieser Abläufe bei, so sie einer unabhängigen externen Prüfung durch staatlich zugelassene Kontrollstellen unterliegt.